In den Vereinigten Arabischen Emiraten können sogar Worte einen hohen Preis haben. Ein aktuelles Gerichtsurteil zeigt, wie ernst das Rechtssystem in Dubai Beleidigungen und diffamierendes Verhalten nimmt , vor allem wenn sie online verbreitet werden.
In einem Fall, der in den sozialen Medien und in Juristenkreisen für Diskussionen gesorgt hat, hat ein Zivilgericht in Dubai einen Mann zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 50.000 AED verurteilt, nachdem er eine andere Person angeblich online beleidigt und gedemütigt hatte. Das Urteil, das vom Familien-, Zivil- und Verwaltungsgericht in Abu Dhabi gefällt wurde, folgte auf eine frühere strafrechtliche Verurteilung, in der die Schuld des Beklagten wegen verbaler Beleidigungen und Beschimpfungen festgestellt wurde.

Beleidigungen, Strafen und der Gerichtsfall
Obwohl der Vorfall nicht mit übertriebenen Bildern oder Polizeivideos internationale Schlagzeilen machte, ist der Präzedenzfall sehr aufschlussreich. Er hat gezeigt, dass persönliche Interaktionen, sei es in einem WhatsApp-Chat oder in einem sozialen Netzwerk, nach dem Recht der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mehr trivial sind. In diesem Zivilverfahren ging es um den Ersatz des erlittenen „moralischen Schadens”, einschließlich der Schädigung der Würde, des Rufs und des emotionalen Wohlbefindens.
Die Entscheidung folgte auf die ursprüngliche Strafanzeige des Klägers, die zu einer geringeren Geldstrafe von 10.000 AED führte. Da er die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen wollte, reichte er eine separate Zivilklage auf Schadensersatz ein und forderte eine viel höhere Summe. Das Gericht entschied schließlich, dass 50.000 AED eine angemessene Entschädigung für den durch die Beleidigungen verursachten Schaden darstellten.
Was das Gesetz der VAE sagt

Dieser Fall ist Teil eines umfassenderen Rahmens strenger Gesetze, die Online-Äußerungen und persönliches Verhalten regeln. Gemäß dem Bundesgesetz Nr. 34 von 2021 zur Bekämpfung von Gerüchten und Cyberkriminalität können Beleidigungen, Verleumdungen, üble Nachrede und beleidigende digitale Kommunikation zu erheblichen Geldstrafen zwischen 250.000 und 500.000 AED und sogar zu Freiheitsstrafen führen. Diese Strafen gelten sogar für private Nachrichten, was den breiten Anwendungsbereich der Überwachung verdeutlicht.
Digitale Drohungen, Beleidigungen und missbräuchliche Inhalte sind in den VAE nicht nur soziale Fauxpas, sondern strafbare Handlungen. Jüngste Leitlinien der Polizei bestätigen, dass die Beleidigung anderer im Internet, insbesondere von Beamten oder Angestellten des öffentlichen Dienstes, ein erschwerender Faktor mit schwerwiegendenFolgen sein kann.
Darf ich in den VAE Beleidigungen verwenden?

Sowohl Einwohner als auch Besucher sollten ihre Worte mit Bedacht wählen. Dieser Fallmacht deutlich, wie einzigartig das rechtliche Umfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist. Was in anderen Ländern als harmlose Bemerkung abgetan werden könnte, kann hier zu zivilrechtlicher Haftung und erheblichen Geldstrafen führen.
Ob es sich um einen hitzigen WhatsApp-Austausch, einen TikTok-Rant, eine private Voicemail oder eine Twitter-Behauptung handelt – überleg dir zweimal, bevor du deine Worte postest. Die Gerichte der VAE sind bestrebt, Verletzungen der persönlichen Würde zu verhindern – und nehmen mit Urteilen und Geldstrafen eine harte Haltung ein.